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29. Juni 2011

Rechtsanwalt Dirk LöberSOZIALAUSWAHL - ALTER VOR KINDER?

Beitrag verfasst von:
Rechtsanwalt Torsten Sonneborn

Das Landesarbeitsgericht Köln hatte in einer unlängst veröffentlichten Entscheidung die Rechtsfrage zu entscheiden, welchem von zwei vergleichbaren Arbeitnehmern bei Wegfall eines Arbeitsplatzes unter sozialen Gesichtspunkten gekündigt werden kann. § 1 Absatz 3 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) besagt, dass der Arbeitgeber bei einer betriebsbedingten Kündigung die betroffenen Arbeitnehmer innerhalb der Vergleichsgruppe unter Berücksichtigung von Betriebszugehörigkeitszeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und einer eventuellen Schwerbehinderung auswählen muss. In der Rechtsprechung ist weitgehend ungeklärt, wie diese Kriterien untereinander zu gewichten sind. Von daher ist die Entscheidung der Kölner Richter von allgemeinem Interesse.

Der Fall betraf zwei etwa gleich lang beschäftigte verheiratete Führungskräfte in der Metallverarbeitung, von denen der eine 35 Jahre alt war und zwei Kinder hatte, der andere 53 Jahre alt und kinderlos. Das Gericht entschied, dass die Kündigung des älteren Arbeitnehmers unwirksam war, weil der jüngere Arbeitnehmer im Gegensatz zum älteren viel bessere Chancen hatte, alsbald eine neue Arbeit zu finden, sodass mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Unterhaltpflichten für die Kinder gar nicht beeinträchtigt gewesen wären.

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 18.02.2011 - 4 Sa 1122/10

Stichwörter: Arbeitsrecht, Verkehrsunfall, Rufbereitschaft, Unfallschaden, Privatwagen, Arbeitsort, Dienstaufnahme.

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