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02. April 2012

Rechtsanwalt Torsten SonnebornKÜNDIGUNG WEGEN VORZEITIGER ARBEITSBEENDIGUNG 

Beitrag verfasst von:
Rechtsanwalt Torsten Sonneborn


Soeben wurde mir die Entscheidung des Arbeitsgerichts Iserlohn in dem Verfahren 2 Ca 2125/11 zugestellt. Zur Freude meines Mandanten hat er in erster Instanz mit seiner Kündigungsschutzklage obsiegt. Eigentlich ein alter Hut: Mein Mandant ist gekündigt worden, weil er den Arbeitsplatz ohne triftigen Grund vorzeitig verlassen hat. Das Arbeitsgericht stellte zutreffend fest, dass die insoweit vom Arbeitgeber ausgesprochene außerordentliche Kündigung unwirksam sei, weil hier keine "vorherige, einschlägige Abmahnungen" vorlagen. Die außerordentliche Kündigung habe das Arbeitsverhältnis auch nicht als - umgedeutete - ordentliche Kündigung beendet, denn auch insofern fehle es mangels einschlägiger Abahmungen an der erforderlichen sozialen Rechtfertigung.

Dieser Fall macht deutlich,
dass das Kriterium der Abmahnung einer der wichtigsten Ansatzpunkte ist, um eine verhaltensbedingte Kündigung zu Fall zu bringen. Fast immer erfordert eine verhaltensbedingte Kündigung eine vorherige Abmahnung, um dem Arbeitnehmer zu signalisieren, dass ein solches Verhalten nicht hingenommen wird und im Wiederholungsfall zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen kann. Nur ausnahmsweise ist eine Abmahnung entbehrlich, nämlich wenn sie ihren Zweck, ein zukünftiges störungsfreies Arbeitsverhältnis zu ermöglichen, von vornherein nicht erreichen kann. Solche Fälle sind aber eher selten. Im Zweifel wird eine Abmahnung unentbehrlich sein. Hat es der Arbeitgeber im Einzelfall unterlassen, den Arbeitnehmer wegen der Pflichtverletzung zuvor abzumahnen, wird die Kündigung allein aus diesem Grund von den Arbeitsgerichten als unwirksam angesehen.

Arbeitsgericht Iserlohn, Urteil vom 20.03.2012 - 2 Ca 2125/11

pdf anonymisierter Volltext der Entscheidung (241 kB)

Stichwörter: Arbeitsrecht, Kündigung, vorzeitige Arbeitsbeendigung, Abmahnung, Nichtanzeige der Arbeitsunfähigkeit.

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